Die Versorgungssituation im Kanton Solothurn in der ambulanten Grundversorgung ist angespannt, insbesondere im Bereich der Kinder- und Jugendmedizin. Ursächliches Problem hierfür sind fehlende Ärztinnen und Ärzte in der ambulanten Grundversorgung bei gleichzeitig steigender Nachfrage. Die Gruppenpraxis für Kinder und Jugendliche in Solothurn hat mit Unterstützung des Kantons Solothurn ein einjähriges Pilotprojekt durchgeführt, um die Versorgungslage in der Kinder- und Jugendmedizin zu verbessern. Im Rahmen des Pilotprojekts wurden vermehrt Aufgaben an nicht-ärztliche Gesundheitsfachpersonen delegiert. Konkret wurden schulärztliche Untersuchungen von gesunden Kindern und Jugendlichen mit sechs, zehn und vierzehn Jahren, inklusive Impfungen, unter Aufsicht von ärztlichen Fachpersonen durch nicht-ärztliche Gesundheitsfachpersonen erbracht.
Interface begleitete im Auftrag des Kantons Solothurn das Pilotprojekt mit einer Evaluation. Im Rahmen der Evaluation wurden Interviews und teilnehmende Beobachtungen in der Gruppenpraxis sowie Interviews mit Verantwortlichen von Gesundheitsämtern und Vereinigungen der Haus- und Kinderärzte/-innen aus anderen Kantonen durchgeführt. Zudem wurden im Rahmen des Pilotprojekts erfasste Daten der Gesundheitsfachpersonen über die Anzahl und Inhalte der schulärztlichen Untersuchungen ausgewertet.
Neben der allgemeinen Beurteilung des Pilotprojekts stand die Frage der Weiterführung und Generalisierung des Pilotprojekts im Zentrum der Evaluation. Es wurde geklärt, unter welchen Bedingungen das Pilotprojekt in der Gruppenpraxis weitergeführt werden kann und unter welchen Voraussetzungen entsprechende Projekte auch bei anderen Kinder- und Hausarztpraxen umgesetzt werden könnten.
- Mandant(s)
Regierung des Kantons Solothurn
- Contact
- Stefan Essig
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