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September 2026

Liebe Leserin, lieber Leser
Wie erhalten wir mehr Gesundheit pro investierten Franken? Die Bevölkerung wird älter, chronische Erkrankungen nehmen zu und die Gesundheitskosten steigen stetig. Die Antwort darauf lautet nicht einfach: mehr Leistungen. Sondern: Eine «smartere» Gesundheitsversorgung, die vorhandene Ressourcen gezielter nutzt. Das heisst, Angebote müssen besser koordiniert, Gesundheit und Soziales enger verknüpft, Gesundheitsförderung und Prävention gestärkt werden. Die Menschen mit ihrem ganzen Lebenskontext sollen im Mittelpunkt stehen.

Wir wünschen Ihnen eine interessante Lektüre.
Freundliche Grüsse, Manuela Oetterli, Mitglied Geschäftsführung

Im Fokus

Im Fokus stehen zwei Projekte, die zeigen, wie eine «smartere» Gesundheitsversorgung konkret aussehen kann. Im Kanton Luzern geht es am Beispiel Adipositas darum, Prävention, Versorgung und soziale Unterstützung für Menschen mit einer chronischen Erkrankung besser zu verbinden.

Die Stadt Zürich erprobt mit «sozialen Rezepten» neue Prozesse, damit medizinische Fachpersonen Patientinnen und Patienten gezielt an soziale und zivilgesellschaftliche Angebote weitervermitteln können. Beide Projekte verfolgen dasselbe Ziel: Menschen gut begleiten, Fachpersonen entlasten und vorhandene Ressourcen wirksamer einsetzen.

Projekt «Prävention und Versorgung von Adipositas im Kanton Luzern», Strategieentwicklung im Auftrag des Kantons Luzern

Projektteam: Zora Föhn (Projektleitung), Rachel Linley, Flurina Landis, Manuela Oetterli

Rund 43 Prozent der Schweizer Bevölkerung sind von Übergewicht oder Adipositas betroffen. Adipositas ist eine chronische Erkrankung mit vielfältigen Ursachen. Neben individuellen Verhaltensweisen beeinflussen auch genetische, psychische, soziale, wirtschaftliche und umweltbezogene Faktoren die Entstehung und den Verlauf der Erkrankung. Gleichzeitig erhöhen Übergewicht und Adipositas das Risiko für zahlreiche chronische Erkrankungen und gehen für Betroffene häufig mit Stigmatisierung und eingeschränkter Lebensqualität einher.

Vor diesem Hintergrund hat der Kanton Luzern Interface mit der Erarbeitung eines Aktionsplans zur Prävention und Versorgung von Übergewicht und Adipositas beauftragt. In einem Ko-Kreationsprozess mit Fachpersonen aus den Bereichen Gesundheit, Bildung, Soziales und Verwaltung werden Lösungen entwickelt, um Stigmatisierung abzubauen, den Zugang zu Präventions- und Unterstützungsangeboten zu verbessern, Risiken frühzeitig zu erkennen und Betroffene über Versorgungsgrenzen hinweg koordiniert zu begleiten. Ziel ist es, dass Gesundheitsförderung, Prävention und Versorgung besser zusammenspielen.
Tamara Estermann, Leiterin Gesundheitsförderung Kanton Luzern: «Für uns stand von Anfang an fest, dass ein wirksamer Aktionsplan nur gemeinsam mit den relevanten Akteuren im Kanton Luzern entstehen kann. Die Zusammenarbeit mit Interface erlebe ich dabei als sehr dynamisch und inspirierend: Sie begleiten diesen Prozess mit Fachwissen und der nötigen methodischen Expertise, um unterschiedliche Perspektiven einzubeziehen und daraus tragfähige Massnahmen zu entwickeln.»
Zora Föhn: «Meine Forschung in meinem Dissertationsprojekt Health2040 hat gezeigt, dass die Bevölkerung sich eine koordinierte, patientenzentrierte Gesundheitsversorgung wünscht. Adipositas verdeutlicht, weshalb dies wichtig ist: Die Ursachen und Folgen der Erkrankung sind so vielfältig, dass nachhaltige Lösungen nur entstehen können, wenn Gesundheitsversorgung, Prävention, Bildung, Sozialbereich und Betroffene gemeinsam an einem Strang ziehen. Genau diese Zusammenarbeit zu fördern, macht solche Projekte für mich besonders spannend.»

«Soziale Rezepte», Evaluation des vier Jahre dauernden Pilotprojekts der Stadt Zürich

Projektteam: Anina Hanimann (Projektleitung), Zora Föhn, Kristin Thorshaug, Stefan Essig

Das Gesundheits- und Umweltdepartement und das Sozialdepartement der Stadt Zürich führen ein Pilotprojekt zur Verschreibung von «sozialen Rezepten» (sog. «Social Prescribing») im Stadtspital Zürich durch. «Soziale Rezepte» sind eine nicht-pharmazeutische, nicht-medizinische Intervention, die auf der Erkenntnis fusst, dass die individuelle Gesundheit massgeblich durch soziale Determinanten geprägt ist. Sie zielt auf eine ganzheitliche Versorgung.

Seit dem Sommer 2026 profitieren Patientinnen und Patienten von ausgewählten Ambulatorien des Zürcher Stadtspitals von «sozialen Rezepten»: Fachärztinnen und Fachärzte in den Ambulatorien prüfen, inwiefern ihre Patientinnen und Patienten nicht-medizinische Bedürfnisse haben. Stellen sie solche Bedürfnisse fest, können sie die Patientinnen und Patienten an ein Team bestehend aus vier Sozialarbeiterinnen weiterweisen. Diese analysieren gemeinsam mit den Patientinnen und Patienten die Bedürfnisse, beraten, begleiten und machen hilfreiche Massnahmen besser zugänglich wie Sprachkurse, Sozialversicherungsberatung, Wasserkurse.

Interface begleitet das Pilotprojekt «Soziale Rezepte» als externe Evaluationspartnerin. Wir nutzen dazu den Critical Friend Approach (CFA). Dieser Ansatz ermöglicht uns, die Projektträgerschaft gezielt und direkt bei der systematischen Verbesserung des Pilotprojekts zu unterstützen. Wir analysieren fortlaufend die Umsetzung und Wirkung des Angebots und liefern Erkenntnisse für dessen Weiterentwicklung.
Die Projektleiterin Anina Hanimann ist Politologin mit Fokus auf Gesundheitspolitik und leitet bei Interface den Fachbereich Gesundheitsförderung und Prävention. Zu ihren Schwerpunkten gehören die Begleitung und Evaluation von Pilotprojekten, die innovative Lösungen für aktuelle Herausforderungen im Gesundheitswesen erproben und wichtige Impulse für die Weiterentwicklung der Versorgung liefern.

 
Anina Hanimann: «Viele gesundheitliche Herausforderungen lassen sich nicht allein im Sprechzimmer lösen. Social Prescribing zeigt, wie wir die Stärken verschiedener Berufsgruppen und die Ressourcen im sozialen Umfeld besser nutzen können. Davon profitieren die Patientinnen und Patienten, während gleichzeitig das medizinische Versorgungssystem entlastet beziehungsweise besser genutzt wird.»

Ein weiteres Projekt

Smarter Health Care: Forschung im Dialog mit Politik und Praxis

Die in diesem Newsletter vorgestellten Projekte zeigen, wie wichtig es ist, Kompetenzen und Erfahrungen aus unterschiedlichen Bereichen zusammenzubringen. Hier setzt das von Interface koordinierte Netzwerk Smarter Health Care – Forschung im Dialog mit Politik und Praxis an. Es trägt dazu bei, dass wissenschaftliche Erkenntnisse in die Weiterentwicklung des Gesundheitswesens einfliessen, und es fördert die Entwicklung praxisrelevanter Forschungsfragen. Hier erfahren Sie mehr.

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Septembre 2026

Chère lectrice, cher lecteur,
Comment optimiser l’impact de chaque franc investi dans la santé ? Face au vieillissement de la population, à la multiplication des maladies chroniques et à la hausse continue des coûts, la course aux prestations n’est pas la solution. Nous avons besoin d’un modèle de santé plus
« intelligent », axé sur l’utilisation ciblée des ressources existantes. Cela signifie mieux coordonner les offres, créer de vraies passerelles entre le médical et le social, et renforcer la prévention ainsi que la promotion de la santé. Avec une priorité absolue : remettre les personnes et leurs parcours de vie au cœur du système.

Je vous souhaite une bonne lecture, Manuela Oetterli, membre de la direction

Coup de projecteur

Deux projets phares illustrent concrètement ce à quoi peut ressembler un système de santé plus « intelligent ». Dans le canton de Lucerne, une initiative dédiée à l’obésité vise à décloisonner la prévention, les soins et l’accompagnement social pour les personnes touchées par cette maladie chronique. De son côté, la ville de Zurich expérimente les « prescriptions sociales », un dispositif inédit qui permet au corps médical d’orienter les patient.es vers des offres dans le domaine social ou associatif. Ces deux démarches partagent la même ambition : offrir aux personnes concernées un accompagnement de qualité, alléger la charge des professionnels et utiliser les ressources existantes avec un maximum d’efficacité.

Projet « Prévention et prise en charge de l’obésité dans le canton de Lucerne » - élaboration d’une stratégie sur mandat du canton de Lucerne

Équipe de projet : Zora Föhn (responsable de projet), Rachel Linley, Flurina Landis, Manuela Oetterli

En Suisse, le surpoids et l’obésité touchent environ 43% de la population. Reconnue comme une maladie chronique aux causes multiples, l’obésité dépasse la sphère des comportements individuels : son apparition et son évolution dépendent également d’un ensemble de déterminants génétiques, psychiques, socio-économiques et environnementaux. Par ailleurs, le surpoids et l’obésité augmentent le risque de contracter de nombreuses maladies chroniques, tout en altérant la qualité de vie des personnes concernées, fréquemment confrontées à la stigmatisation.

C’est dans ce contexte que le canton de Lucerne a mandaté Interface pour concevoir un plan d’action dans les domaines de la prévention et de la prise en charge du surpoids et de l’obésité. Ce projet repose sur une démarche de co-création réunissant des professionnels de la santé, de l’éducation, du social et de l’administration. L’objectif est de développer des solutions pour déconstruire les préjugés, faciliter l’accès aux offres de prévention et de soutien, détecter les risques en amont et assurer un accompagnement coordonné des personnes, par-delà les frontières des différents réseaux de soins. L’ambition centrale est de créer une meilleure synergie entre promotion de la santé, prévention et prise en charge médicale.
Tamara Estermann, responsable de la promotion de la santé du canton de Lucerne : « Dès le départ, il était évident qu’un plan d’action efficace devait se construire avec les acteurs clés du canton de Lucerne. Notre collaboration avec Interface s’avère particulièrement dynamique et inspirante : ils accompagnent cette démarche avec l’expertise thématique et méthodologique nécessaire pour croiser les différentes perspectives et en dégager des mesures viables. »
Zora Föhn : « Les travaux menés dans le cadre de mon projet de thèse Health2040 révèlent une attente de la population pour une prise en charge des soins coordonnée et centrée sur le patient. L’obésité illustre parfaitement ce besoin : les causes et les conséquences de cette maladie sont si diverses que des solutions durables ne peuvent émerger que si les soins, la prévention, l’éducation, le secteur social et les personnes concernées agissent ensemble. Favoriser cette synergie est précisément ce qui rend de tels projets passionnants. »

« Prescriptions sociales » - évaluation du projet pilote de 4 ans de la Ville de Zurich

Équipe de projet : Anina Hanimann (responsable du projet), Zora Föhn, Kristin Thorshaug, Stefan Essig
 
Le Département de la santé et de l’environnement et le Département des affaires sociales de la Ville de Zurich mènent un projet pilote de « prescriptions sociales » au sein de l’Hôpital municipal de Zurich. Cette approche, non médicale et non pharmaceutique, part du principe que la santé individuelle est fortement liée aux déterminants sociaux. Son objectif est d’offrir une prise en charge globale des patient.es.

Depuis l’été 2026, certains services ambulatoires de l’Hôpital municipal de Zurich proposent des « prescriptions sociales » : les médecins spécialistes évaluent les besoins non médicaux de leurs patient.es pour les orienter, si nécessaire, vers une équipe de quatre travailleuses sociales. En étroite collaboration avec les bénéficiaires, ces dernières analysent leurs besoins, conseillent, accompagnent et facilitent leur accès à des offres utiles, telles que des cours de langue, du conseil en assurances sociales ou des activités aquatiques.

Interface accompagne ce projet pilote en tant que partenaire d’évaluation externe. Pour ce faire, nous utilisons le concept de l’ami critique (Critical Friend Approach, CFA). Cette approche nous permet d’apporter un soutien direct et ciblé aux porteurs de projet afin d’optimiser systématiquement le dispositif. Nous analysons en continu la mise en œuvre et l’impact de l’offre, et fournissons des enseignements clés pour guider son développement.
Politologue spécialisée en politiques de santé, Anina Hanimann assure la direction de ce projet. Elle est responsable du domaine d’expertise Promotion de la santé et prévention chez Interface. Ses activités principales portent sur l’accompagnement et l’évaluation de projets pilotes qui expérimentent des solutions innovantes face aux défis actuels du système de santé et qui apportent des contributions essentielles à l’évolution des soins.
Dr Anina Hanimann : « On ne peut pas résoudre tous les problèmes de santé dans un cabinet médical. L’approche de la « prescription sociale » démontre qu’il est possible de mieux mobiliser les compétences des différentes professions et les ressources de l’environnement social. Cette démarche bénéficie directement aux patient·es, tout en soulageant et en optimisant le système de soins. »

Un autre projet 

Smarter Health Care : La recherche en dialogue avec la politique et la pratique

Les projets présentés dans cette newsletter révèlent à quel point il est essentiel de conjuguer les compétences et les expériences de différents domaines. C’est précisément là qu’intervient le réseau Smarter Health Care – La recherche en dialogue avec la politique et la pratique, coordonné par Interface. Son rôle est double : nourrir l’évolution du système de santé grâce aux connaissances scientifiques et encourager l’émergence de questions de recherche ancrées dans la pratique. Pour en savoir plus.

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